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Die rheinischen Wege

"Viele Wege führen nach Rom", und ebenso viele nach Santiago de Compostela. Streng genommen kann nicht von Pilgerwegen gesprochen werden, sondern von Routen, die bevorzugt von Pilgern gegangen wurden. Im Rheinland - dies gilt übrigens für ganz Mitteleuropa - waren es in erster Linie Hauptverkehrswege, Handelsrouten und Passagen, die ein schnelles Vorwärtskommen mit möglichst geringen Wegezöllen, Flussquerungen und mit einer gut ausgebauten Infrastruktur (Pilgerherbergen) besaßen.

Im verkehrsgünstig gelegenen Rheinland gab es viele Pilgerwege. Deutlich wird dies unter anderem an den häufigen Spuren der Jakobus-Verehrung wie den Jakobuspatrozinien (Patrozinien), Jakobusdarstellungen sowie Muschelzeichen in Kirchen. Eine Hauptstrecke führte das Rheintal entlang. In Köln traf dieser Weg mit dem Fernweg von Dortmund zusammen. Hier gab es für die Pilger die Möglichkeit, entweder nach Aachen zu ziehen und von dort die so genannte Niederstraße über Paris zu wählen oder den Weg über Trier fortzusetzen, entweder über die bequemere, aber längere Variante entlang des Rhein- und Moseltals oder die kürzere, beschwerlichere durch die Eifel.

Als am 23. Oktober 1987 der Europarat in der Deklaration von Santiago zur Wiederbelebung der Jakobswege in Europa aufrief, begann eine Reaktivierung und Kennzeichnung der alten Strecken. Im Rheinland kümmert sich insbesondere der Landschaftsverband Rheinland in enger Zusammenarbeit mit den Jakobus-Gesellschaften um die Hauptrouten. Entsprechende Publikationen mit detaillierten Beschreibungen, Karten und Hintergrundinformationen bieten in erster Linie Fuß- aber auch Radpilgern eine umfassende Planungsgrundlage für ihre Reise. Mit dem Zeichen einer gelben stilisierten Muschel auf blauem Grund sind die Wege in der Landschaft gekennzeichnet (Pilgerwege in Europa). Stelen bieten an markanten Punkten nähere Informationen. Allerdings mussten teilweise neue Trassen erschlossen werden, da die alten Wege inzwischen häufig zu verkehrsreichen Straßen ausgebaut wurden oder durch Flurbereinigungen und Anlage neuer Wohn- und Industriegebiete verschwunden sind.

Folgende markierte Routen gibt es bereits:

  • Weg 1
    von Beyenburg an der Wupper durch das Bergische Land über Köln, Düren nach Aachen (Weg 1)
  • Weg 2
    von Köln beziehungsweise Bonn durch die Eifel über Bad Münstereifel, Prüm, Echternach nach Trier und weiter bis zur französischen Grenze in Schengen (Weg 2)
  • Weg 3
    von Millingen aan de Rijn in den Niederlanden über Kranenburg, Kevelaer, Venlo, die Maas entlang über Maastricht, wo eine Anbindung von Aachen dazukommt, bis zur belgischen Grenze (Weg 3)

Derzeit ist die Rheinroute von der niederländischen Grenze durch das Rheintal bis Köln/Bonn und der Weg von Marburg-Siegen-Köln über die historische Brüderstraße durch das Bergische Land in Arbeit. www.jakobspilger.lvr.de/

Literatur:

Landschaftsverband Rheinland (Herausgeber): Jakobswege. Wege der Jakobspilger im Rheinland, Band 1, Köln, dritte überarbeitete Auflage 2005

Landschaftsverband Rheinland (Herausgeber): Jakobswege. Wege der Jakobspilger im Rheinland, Band 2, Köln, zweite aktualisierte Auflage, 2004

Landschaftsverband Rheinland (Herausgeber): Jakobswege. Wege der Jakobspilger im Rheinland, Band 3, Köln 2004

Abbildung 1 - verkleinerte Ansicht

Abbildung 2 - verkleinerte Ansicht

Abbildung 3 - verkleinerte Ansicht

Abbildung 4 - verkleinerte Ansicht

Abbildung 5 - verkleinerte Ansicht

Abbildung 6 - verkleinerte Ansicht